Top 5 Pet Peeves von Word – Teil 2

Teil 1

3. Lass mich das für dich korrigieren

Lass mich dir eines sagen. Solltest du die Wissenschaften studieren (so wie ich) oder Namen und Orte aus Fantasy und Sci-Fi verwenden (so wie nicht-ich), wirst du damit immer öfter und öfter konfrontiert. Das Wort, das du benutzen willst, existiert laut Word einfach nicht. Oder der Name.

Das kommt öfters vor. Krognak? Nein, es heißt gefälligst Cognac. Harek ist dein Held? Nein, es ist jetzt Harke. Sci-Fi? Eher ASCII. DNA-Probe? Nein, es heißt gefälligst DANN-Probe.

Deionisieren
Der Spaß hört niemals auf.

Was sagst du? Man kann das doch einfach ins Wörterbuch hinzufügen?

Ich weiß, ich weiß. Es ist dämlich, sich über etwas aufzuregen, das man mit zwei Klicks korrigieren kann (sprich mir nach: Pet Peeves sind dämlich; es ist erlaubt, sich so zu fühlen), aber wie zur Hölle erkennt er die Wörter DNA und Sci-Fi nicht, während es solche Wörter wie „Cognac“ oder „Pokémon“ seit Jahren richtig macht? WIE?!

2. Das Kästchen des Grauens

Nein, damit ist nicht die Box gemeint, in die ich als Kind gesteckt wurde. Ich meine damit diese Abscheulichkeit hier:

Strg-Kästchen
Abgebildet: Der Grund für meine Therapie

Ja, ich sehe deinen verwirrten Blick. „Hä? Aber das Ding kommt doch nur, wenn man etwas einsetzt. Was kann einen daran denn so aufregen? Haste Probleme? Biste gestört?“

Ja.

Das Problem ist: Es verschwindet einfach nicht! Nein. Du scrollst? Es bleibt. Du klickst etwas? Es bleibt. Du bringst dich kurz selbst um? ES BLEIBT! Und es nervt so sehr, wenn man genau das Lesen/Korrigieren will, was hinter dem Kästchen ist. Es funktioniert einfach nicht.

Aber wie wird man es nun los? Eigentlich ist die Antwort ganz einfach: Man schreibt. Yep. Alle anderen Methoden nützen rein gar nichts, aber ganz normal schreiben? Jackpot. Solange du deine Tasten nicht berührst, bleibt das Kästchen da und erwartet deine Anerkennung. Es ist wie ein kleines Kind, welches dir entgegenläuft und dir solange davon erzählt, wie es alleine die Klospülung betätigt hat, bis du es lobst. Ja, Xaver. Du hast aber schön deine Verdauungsprodukte in die Kanalisation gespült. Du kriegst ein Keks.

Toilet
Haha! Es ist witzig, weil Toilette!

1. Der grüne Strich!

Mein persönlicher Erzfeind. Der grüne, verdammte Word-Strich.

Nichts lässt mich eher wie Fukushima explodieren als der grüne „Äh, deine Grammatik ist scheiße“-Strich, der sich mit jeden seiner Zacken durch meine Gliedmaßen schneidet. Versteht mich nicht falsch. Es ist genauso nützlich wie der rote Strich, aber während man beim roten Strich wenigstens die Möglichkeit hat die Wörter einfach dem Wörterbuch hinzuzufügen oder alle angestrichenen Wörter mit einem Klick zu ignorieren, ist das bei Grammatikregeln leider nicht so einfach. Wie haben das die lieben Programmierer da gelöst? Auf welche geniale Idee sind sie gekommen? Was ist möglich, außer die ganze Korrektur auszuschalten?

Ignorieren
HAHAHAHAHAHA!

Warum ist der grüne Strich nur ausgerechnet so ein großes Ärgernis für mich? Weil einer meine Charaktere „Aiden“ heißt. Nicht nur das, er ist auch einer meiner Hauptcharaktere. Das bedeutet übersetzt für die Leute, die keinen Zusammenhang bilden können (das heißt, mich auch): Jedes mal, wenn er etwas tut oder wenn er etwas fühlt, werden die Verben grün unterstrichen. Schließlich soll es ja  „Aiden schauten“ heißen und nicht „Aiden schaute“.

Aiden-Strich
UND ES IST NOCH NICHT EINMAL KONSEQUENT!

Es ist interessant, wie kurzsichtig die Programmierer da waren. Es gibt schließlich so viele Satzverschachtelungen und so viele Möglichkeiten die Sprache außerhalb der literarischen Grenzen zu führen, dass man wenigstens einen „Grüner-Strich-deaktivier“-Button erschaffen sollte. Oder wie ich es nennen würde: „Meine-Seele-findet-endlich-Frieden-in-der-Hölle“-Button.

Schlusswort

Jetzt habe ich mich natürlich 2 Wochen lang über Word ausgeschimpft, da muss ich doch glatt erwähnen: Es macht seine Sache immer noch gut. Trotz der Makel, trotz der Warzen, trotz dem grünen Strich mag ich Word immer noch. So wie mein Kind.

Immerhin geben mir diese Funktionen den Stoff, um mich darüber aufzuregen und anderen Autoren ein „Boah-ja,-das-kenn-ich“-Gefühl zu hinterlassen. [So wie bei meinem Kind]

Sie wollte doch nur Comic Sans benutzen...
Ich werde bestimmt eine tolle Mutter!

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Wie siehst es mit euch aus? Erkennt ihr die Pet Peeves wieder? Habt ihr einen eigenen irrationalen Hass gegen irgendeine Funktion entwickelt, der nicht erwähnt wurde? Benutzt ihr Word überhaupt? Wenn nein, welche Pet Peeves habt ihr bei den anderen Programmen entwickelt? Und warum stelle ich hier so viele dumme Fragen?

Top 5 Pet Peeves in Word – Teil 1

Okay, pass auf Xaver. Lass uns heute über Liebe reden. Nein, leg den Hochzeitsring weg. Es geht um Word.
Ich liebe das Word-Schreibprogramm von Windoof, okay? Ich liebe es sehr.

„Hä, aber warum dann der Tit-“ Du schaffst es nicht deine Frage auszusprechen, bevor ich dir den Mund mit meiner Hand versperre und sofort verstehst du, dass Word das einzig wahre Schreibprogramm ist, was man benutzen sollte.

Es ist einfach zu bedienen, einfach zu bekommen und solange man es für das gebraucht, wozu es ursprünglich gedacht war – zum Schreiben – sollte man vor seinem Selbstmord durch die Runden kommen. Jedem Autor, dem ich über den Weg gekommen bin (zwei Personen… Gott, bin ich sozial), benutzt es und ich frage mich, ob es überhaupt jemanden gibt, der sich freiwillig für etwas anderes entscheiden würde.

Fun-Fact: Im Original war da eine Nutte.
Es ist wie die Daenerys der Schreibprogramme… Nur das Daenerys mehr Benutzer hat.

Aber wie jedes Programm hat es sehr kleine Makel, wirklich klitzelkleine Dinge, die dich dazu zwingen, die Haare herauszureißen, deinen Kopf gegen die Tischkante zu schlagen und dich mit Petroleum anzuzünden.

Die Rede ist von Pet Peeves, ein englischer Begriff für triviale Dinge, die jeden normalen Menschen nicht weiter stören, während gestörte Menschen wie du und ich (sprich: Autore) sich stark genug darüber aufregen können, um einen Blog-Post zu machen.

Du nickst mit Begeisterung. „Natürlich!“, sagst du. „Das ist genauso, wie wenn jemand mit offenem Mund kaut.“ Du krallst dir die Finger in die Haare und ziehst stark. „Oder wenn jemand Haare auf deine Gegenstände verteilt!“ Dein Herz rast vor Enthusiasmus und du kannst deine Sabber nicht länger in dir halten. „Oder wenn jemand mit den Knochen knackt, oder wenn jemand seine Brille partout nicht sauber macht oder wenn Leute die ganze Zeit mit ihrem Kulli rumklicken, oder wenn-“

Ich lege dir wieder meine Hand auf den Mund, bevor du noch einen Herzinfarkt bekommst.

Ja, das sind alle Pet Peeves. Und Word ist davon nicht ausgenommen. Auf einer gewissen Weise ist es wie dein Kind. Es hat verdammt viele Dinge, die dich nerven und manchmal hast du einfach das Bedürfnis, es zu würgen und zu treten, aber am Ende hast du es ja immer noch lieb…

Vielleicht.

Du reißt mir meine Hand von deinem Gesicht, deine Wangen rot vor all der Liebe und Zuneigung, die diese Berührung in dir hervorgerufen hat. „Bitte“, sagst du. „Bitte erzähl uns all die schlimmen Dinge, die Word mit dir anstellt.“ Bevor du meinen Ring küssen kannst, ziehe ich die Hand weg und schaue melodramatisch aus dem Fenster.

Okay, Xaver. Du hast es so gewollt. Es folgen Zwei meiner Top 5 Pet Peeves an Word, die mein Hirn zum Brennen bringen.

[Aufgrund von privaten Dingen wie „Geburtstag“, „Studium“ und „offener Kuhstall“ werden die letzten Drei nächsten Sonntag folgen. Bitte tötet mich nicht.]

This Girl is on FIRE!
IcH WollTE docH nUr SchReiBEN!!!
  1. Wenn etwas keine Form hat…

Hehe, verstanden? Form hat? So wie Format? Nur in… nicht witzig? Du fängst an zu lachen und notierst dir dieses geniale Wortspiel in all deine fünfzig Notizbücher, die eigentlich für deinen Roman gedacht waren. Aber hey, jetzt werden sie immerhin mal benutzt.

Weißt du, Xaver, Autoren oder die Psychopathen, die es werden möchten, müssen nicht nur achten, was geschrieben wird, sondern wie es geschrieben ist. Fett? Kursiv? Schriftgröße 12 oder 10? Cambria? Times New Roman? Batang? Arial? Comics Sans?

Noch nicht einmal die Erfinder.
Bitte, bitte, es war ein Witz. Niemand benutzt Comic Sans.

Jede Font, jeder Zeilenabstand, jede Größe, kann bildende Kunst betreiben (dazu folgt vielleicht auch noch ein Beitrag) und dem Autor viel Arbeit nehmen, wenn sie richtig benutzt wird. Besonders, wenn es darum geht, Dokumente zu erstellen, die im Buch auftauchen sollen (von wissenschaftlichen Arbeiten fange ich am besten erst gar nicht an), ist diese Funktion wichtig.

Und so wichtig sie ist, so nervig ist sie auch. Jedes Dokument muss noch mal neu eingestellt werden, jeder Abstand perfekt ausgerichtet. Aber, was wenn man diese Einstellungen als Standard festlegt… Ist man dann sicher?

HAHAHA – Nein.

Sagen wir, du schreibst einen Brief oder einen Chatverlauf in der Font „Tahoma“ (Witzig, das klingt fast so, als ob ich mich damit auskennen würde), welche vorne und hinten von dem normalen Textkörper umringt ist. Du bemerkst plötzlich einen Fehler am Ende und möchtest ihn korrigieren und dann passiert es… Es schreibt nicht Tahoma, sondern plötzlich Times New Roman. Die Größe ist plötzlich wieder auf 12 und der Absatz bringt wieder eine übergroße Lücke hinein. Es ist furchtbar, monströs, widerlich! Es endet damit, dass man sein Geschriebenes wieder löschen, mit der Maus an die richtige Stelle klicken und alles nochmal schreiben muss, bevor man sich erneut mit Peitschenhieben bestraft.

So. Anstrengend.

(Hinweis: Bei wissenschaftlichen Arbeiten ist dieser Punkt zehnmal so schlimm. Warum? Man benutzt Bilder und Graphen, die mit einem kleinen Verschieben das ganze Dokument stärker zerreißen können als ein Baby die Gebäröffnung.)

  1. Rede Deutsch mit mir!

Word hat manchmal Funktionen, die sind Segnung und Sünde in einem. Eine davon ist die automatische Sprachenerkennung. Gott weiß, dass ich mich darüber erfreue, wenn meine Charaktere englisch reden und es nicht unterstrichen wird und wenn ich plötzlich Zitate in meiner Studienarbeit einfügen muss, hat er nichts daran zu meckern. Aber manchmal ist es einfach nur so… ARGH.

Wieso zu Hölle stellt sich das immer auf Englisch um, wenn Jugendliche so etwas wie „Bitch“ oder „awkward“ sagen? Warm erkennt es drei Wörter von englisch nicht, obwohl es offensichtlich sein sollte? Warum erkennt es das Deutsche danach nicht? Was gibt es denn Deutscheres als Bratwurst?! Hör auf, mir das anzustreichen! Hör auf!!!

Zu schade, dass man die automatische Erkennung nicht ausschalten kann, oder? Du willst einsprechen, als ich dir plötzlich die Hand auf den Mund presse. Oder, Xaver?

Klicken ist so Mainstream
ODER?!

Es auszuschalten, ist natürlich die Lösung dieser Probleme, nur es nimmt gleichzeitig all die erwähnten Vorteile weg. Aber ernsthaft, Leute… Ihr könnt nicht von mir erwarten, dass ich für das Wort „awkward“ die Sprache manuell umstelle. Das sind drei verdammte Klicks! DREI! Das wäre ja fast so, als würde ich mir für mein Buch Mühe geben.

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Das war’s fürs erste. Wie oben erwähnt, holt mich mein Privatleben gerade ein, so dass ich den zweiten Teil (aka die Top 3) auf nächsten Sonntag verschieben muss.

Und siehe da, es ist vollbracht: Teil 2

Schreib-Bilanz August

Okay, Xaver, hör gut zu! Hörst du gut zu?! Nick bitte, wenn du gut zuhörst.
Gut. Denn jetzt wird es mathematisch.
Hey, warte! Wo läufst du hin?!

Nur mein Mann darf von mir weglaufen, wenn ich ihm diesen Satz sage. Oder Frau. Vielleicht sogar Hund, aber daran arbeite ich noch. Da helfen auch deine Tränen nicht, du kommst gefälligst her und guckst dir meine geilen Graphen an!
SCHAU SIE DIR AN!

Und wenn ich geil sage, dann meine ich es auf 'diese' Weise.
Rawr! Zu diesen Kurven kannst du nicht Nein sagen!

Die blaue Kurve symbolisiert meinen Fleiß… Oder in anderen Worten, wie viele Wörter ich an einem bestimmten Tag geschrieben hatte. Das Ziel dieses Augusts war „500 Wörter pro Tag“ (grüner Strich), was ungefähr 12.000 Wörter insgesamt macht. (Für diejenigen, die meine mathematischen Fähigkeiten in Frage stellen (das heißt, ihr alle): Die Zählung beginnt ab dem 08.08.2015). Mit dem stolzen Durchschnitt von 508 Wörtern pro Tag (roter Strich) habe ich dieses Ziel mit Bravur bestanden. Ihr dürft mich also mit Blumen und Sex bewerfen. Aber bloß nicht übertreiben! Ich mag nicht so viele Blumen.

Die Schreibarbeit umschließt das Fertigstellen von dem Prolog sowie die Kapitel 1-4. Das entspricht frei aus dem Bauch geschätzt ca. 7-8% des Buches? Vielleicht weniger, vielleicht mehr. Kommt natürlich drauf an, wie viele Szenen ich beim Editieren aus dem Buch schmeißen muss.

Alles in einem bin ich zufrieden mit dem Monat.

Achja. Bis auf eins.
Die Lücke.

Ja, der Graph geht sogar ins Negative. Fragt lieber nicht...
Fast so groß wie das Loch in meinem Herzen.

Ich weiß, ich weiß. „Aber ZombieBabyHitler, warum hast du an diesen Tagen nicht geschrieben?“, fragst du mit verurteilendem Ton, der sich in mein Herz bohrt und nichts als Verwüstung zurücklässt. Als ich fast anfange zu weinen, holst du 50€-Scheine heraus, um meine Tränen abzuwischen. Danke, danke. Ich gebe sie dir irgendwann wieder.

Nun, Xaver, das mag jetzt vielleicht wie eine Ausrede klingen, aber der Missstand ist ganz einfach zu erklären. Ich hatte weiblichen Besuch. Oder männlichen… Neutral? Verdammt, Xaver, warum stellst du auch immer solch schwere Fragen?
[Btw. Wenn der Besuch das hier liest… Äh, ich herz dich?]
Aber egal, halten wir fest. Ich hatte Besuch und ja, ich hatte Besuch für eine ganze Woche lang. Und wenn sich jemand extra Zeit nimmt, mehr als 300 km zu reisen, nur um eine Woche bei dir zu verbringen, fühlt es sich eeetwas asozial an, die Person abzuwimmeln, nur um zu schreiben. Also habe ich freiwillig Pause gemacht.

Niemand versteht unsere Liebe =(
Freiwillig.

Ja, ab und zu muss Pause wohl sein, um ein „soziales Leben“ zu haben. Nicht, dass ich dazu gezwungen wurde oder so. Nein, mir wurd‘ kein Geld dafür gegeben. Nein, eine Pistole war nicht involviert. Ich tat das natürlich… gerne. [Ich herz dich zweimal <3]

Damit ich mein ursprüngliches Monats-Ziel „500 Wörter pro Tag“ ansonsten nicht erreichen konnte, hatte ich die letzten zwei Tage natürlich jegliche „Freizeit“ dafür geopfert, um das Mitteltief auszugleichen und siehe da, es hat funktioniert! 1.700 Wörter am letzten Tag. Warum bin ich nicht jeden Tag so produktiv?

Aber hey, Ziel erreicht. Ich komme voran. Ich mach‘ jetzt Party mit der heißen Lady, die sich Laptop nennt.

Majoras-Mask Schleich werbung!!! KAUF DIR MEHR!
Das zählt als Party, okay?!

Wie siehst es mit euch aus? War der August ein produktiver Monat oder hat euch die Sommersonne nach draußen gezerrt? Habt ihr euer Schreibziel erreicht oder habt ihr es knapp verfehlt? Was hat euch davon abgehalten/ dazu motiviert? Und warum stelle ich hier so viele dumme Fragen?

Mit dem Ende anfangen

BÄM! Schau dir diesen Titel an! Ist er nicht wahnsinnig tiefgründig und selbsterklärend? Du nickst wie verrückt, als ob du krankhafte Muskelzuckungen entwickelt hast, und wischst dir eine Träne von dem Gesicht. „Ich will ein Kind von dir!“, schreist du aus deinem Leib. Danke, Xaver. Ich weiß.

Lass es mich für diejenigen erklären, die gerade gedankenlos in der Nase bohren. Ich schreibe schon, seit ich 14 bin, und für die Leute, die mein echtes Alter nicht kennen (das heißt, ihr alle), ist das schon eine ganze Weile.

Ich wünschte, ich hätte in Mathe genug aufgepasst, um zu wissen, was X ist.
Übersetzung: Verdammt lange!

Die Frage ist eher: Was habe ich bisher alles geschrieben? Danke, dass du fragst, Xaver. Ich wusste, dich würde das interessieren.

Ich war hauptsächlich in einem P&P-RPG tätig, was mir tausende über tausende von Tagen Schreibstoff entgegenbrachte. Für diejenigen, die sich damit nicht auskennen (das heißt, ihr alle): Die Abkürzung steht für Pen and Paper – Roleplay Games und beschreibt ein Rollenspiel, das durch das Schreiben an sich gespielt wird. Es ist eine Zusammenkunft mit anderen Schreiberatten, in welcher man sich in eine frei erfundene Figur hineinversetzt und ihr Handeln mit den anderen Figuren im Kontext der Welt beschreibt. Und ich tat das laaange. Laaaange. Verdammt lange, okay?!

Nicht abgebildet: Alle zukünftigen Bilder
Soll ich das Diagramm nochmal erklären?

Und die Sache bei RPGs ist. Man kann sie spielen, wie man will. Sie sind nicht durch Form und Inhalt beschränkt, solange man nicht anfängt, sie zu beschränken. Oder um es auf meinen Fall zu beziehen: Unser RPG hatte kein Ende.
Und weil es kein Ende hatte, hatte es keinen festen Plotstrang, der sich auf ein Ziel bewegte, sondern mehrere kleine hintereinander. Was natürlich bedeutete, dass sich Ziel und Motivation für den Charakter jedes Mal veränderten, vor allem, wenn man mit anderen Charakteren interagieren wollte. Für mich geendet hatte es erst, als ich den Charakter getötet hatte, um auszusteigen. Aber war das ein Ende für die Geschichte an sich? Gott, nein! Die anderen schreiben bestimmt noch Jahre an diesem Ding.

Twist: Ich bin älter!
Nun, immerhin haben sie Spaß.

Das Problem ist, dieses RPG hatte mein Schreiben lange Zeit geprägt. Und das zum Negativen. Schauen wir mal auf mein erstes Buch, welches ich nach 120.000 Wörtern abgebrochen habe:
Viel Action und Drama zwischen durch? Joar, schon. Witze? Oh ja, baby, darauf kannst du wetten! Was ist das Ende? Pff, keine Ahnung! Wie soll ich zum Ende kommen? Äh, wie soll ich das wissen, wenn es keins gibt?
Wie wär’s mit dem zweiten Buch, welches im Hiatus liegt? Charaktere haben alle ein Ziel. Gut. Action? Jawohl! Drama? Mehr Tote, als in meinem Keller. Humor? Woher glaubst du, kommen die Toten her? Das Ende? Eins von sechs Möglichkeiten. Wie soll ich zum Ende kommen? Gute Frage. Sechs Möglichkeiten sind zu viel… aber immerhin möglich. Abgeschoben ins graue Reich der Pause. Vielleicht mache ich damit weiter, sobald mich die Beta-Leser wieder bedrohen.

Wisst ihr eigentlich, was dieses Bild meinem Herzen antut?!
Abgebildet: Das graue Reich der Pause.

Ja, Xaver, ich weiß, dass du weinen willst, aber eins musst du verstehen. Es war gut, dass ich diese Fehler gemacht habe. Mittlerweile bin ich mit meinen X Jahren weise genug geworden, um meine Herangehensweise zu ändern. Wie? Ich fange ganz einfach mit dem Ende an!
Damit ist nicht gemeint, den Klimax im ersten Kapitel breitzutreten. Herr Gott, nein. Das heißt es definitiv nicht. Gemeint ist, sich zu der Idee, die man hat, ein Ende zu überlegen, bevor man anfängt zu schreiben.
Das klingt jetzt vielleicht total einfach und offensichtlich, aber glaube mir, dass ich bereits vielen Leuten begegnet bin, die sich ein Ende erst nach Kapitel 20 überlegen. Dabei gibt es so viele Vorteile, wenn man diese Lappalie schon von Anfang an klärt.
Es malt den Charakteren einen Pfad vor die Füße, den sie beschreiten können, ohne abzukommen. Die Geschichte dirigiert dann das Wesen der Charaktere, nicht andersrum. Und das Wichtigste: Es zeigt mir, dass ich auch tatsächlich auf ein Ziel arbeite und diesem Ziel Schritt für Schritt näher komme.

Und als Autor ist dieses Gefühl unerlässlich.

Wie sieht es mit euch aus? Überlegt ihr erst lange, wie ihr euer Ende gestaltet oder seid ihr die Leute, die alles spontan beim Schreiben entwickeln? Habt ihr Erfahrungen mit der jeweils anderen Methode gemacht? Warum sagt euch diese nicht zu? Und warum stelle ich hier so viele dumme Fragen?