Schlechter Sex in Büchern

Hereinspaziert, lieber Xaver! Setz dich hin, mach es dir bequem, trinkt ein Glas Wein, während ich die Kerzen anzünde und ‚Careless Whisper‘ einschalte. Wir müssen über etwas sehr Wichtiges sprechen: Sex.

Scream
ABER ICH BIN DOCH NOCH JUNGFRAU!

Bitte, bitte, setz dich wieder! Nimm das Messer weg und entferne dich von den Kondomen. Der Geschlechtsakt ist doch das vollkommen Natürlichste auf der Welt. Die meisten Menschen hatten es (oder werden es noch haben) und die meisten Menschen – ich schaue dich an, Jesus – sind dadurch überhaupt erschaffen worden. Nicht nur das! Es ist außerdem verdammt gesund, verdammt spaßig und verdammt unerreichbar für 70% meiner Leser. [Äh, ich hab euch lieb?]

Und weil es eben so normal ist, Sex zu haben, und weil Bücher zwischen Raumschiffskriegen und Fantasy-Gnomen den höchsten Grad an Authentizität verlangen, wird der Koitus wohl oder übel mal im Storytelling auftauchen.

Witzigerweise ist die Begattung ein sehr schwieriges Thema zu schreiben, obwohl es so natürlich und allgegenwärtig ist. Viel zu oft öffne ich ein Buch und muss über die Absurdität der Wortwahl oder der Länge lachen. Aber woran liegt das? Liegt es daran, dass Liebe machen etwas so privates ist, dass darüber offen zu schreiben, jegliche Natürlichkeit aus dem Schreibprozess nimmt? Liegt es daran, dass die Autoren ihre verrücktesten Fantasien in das Buch schreiben und somit eine total identifizierbare Szene verhindern? Oder liegt es einfach daran, dass die Autoren noch mit niemandem das Kopfkissen geteilt haben und es einfach nicht besser wissen? Macht das alles überhaupt einen Unterschied?

Aber keine Sorge liebe Jungfrauen und Sammler von Geschlechtskrankheiten. Ich – ZombieBabyHitler – habe es (mit Unterstützung von Leuten mit einem Sexualleben) geschafft, die größten Fehler in fiktiven Sexszenen zu identifizieren.

1. Lass mich das machen

Kennt ihr das auch? Ihr seid grad dabei, euch gegenseitig leidenschaftlich zu küssen, die Hände fahren euch gegenseitig durch die Haare und auf einmal wirft sich eine Person aufs Bett und bleibt liegen, bis alles vorbei ist? Nein? Geht es nur mir so?

Also wirklich Leute! Das letzte Mal als ich bei Wikipedia nachgeschaut habe, sind am Lustspiel zwei Personen beteiligt… oder mehr. Warum also geht es dann in Geschichten so oft von nur einer Person aus? Und das meistens von Manne? Was macht die andere Person die ganze Zeit? Liegt sie wie ein totes Brett darunter?

Brett im Bett
Hey, manche Leute mögen es halt eben hart.

Tut mir leid, Autor, aber das ist einfach nicht glaubwürdig. Wenn du weder Tatendrang noch Bewegungen noch Gefühl oder Teilnahme der anderen Person zeigst, dann hat diese Szene keine Berechtigung, da zu sein. Da kann der aktive Partner ja gleich eine Sexpuppe benutzten.

2. Es kommt sehr wohl auf die Länge an

Na, wie lange dauert der leidenschaftliche Gefühlsaustausch denn so bei dir? Nein, Xaver. 0 Minuten ist keine Antwort, die ich akzeptiere.

Spaß beiseite. Wenn jemand die Wahl getroffen hat, einen Beischlaf in dem Buch zu integrieren, dann sollte sie auf keinen Fall zu kurz sein. Was ist zu kurz? Naja, ein Satz als vage, story-unrelevante Andeutung ist ok, aber wenn es dann wirklich um die Wurst geht (höhö, Wurst), dann sollten mindestens einige Szenen dafür verschwendet werden.

Das hat natürlich eine böse Kehrseite: Jede Szene kann auch zu lang sein und bevor man sich versieht, gibt es 50 Seiten voller Stellungswechsel und Gestöhne. Wie im echten Leben.

Rough Sex
Doesn’t matter. Had Sex.

Haltet es realistisch! Vögeln dauert nie so lang wie meine Maniküre. Wenn ja, hat sie vielleicht so wenig Substanz, dass man sie ganz weglassen kann.

3 Hier und jetzt!

Nein, Xaver, du darfst jetzt nicht einfach mit mir pimpern. Es ist alles eine Frage des Timings. Timing.

Es gibt immer eine perfekte Zeit und einen perfekten Ort, um das Rohr zu stopfen, aber es ist definitiv nicht dann, wenn der andere Plot (lies: Der Hauptplot) kurz vor dem Klimax steht.  Die Mutter ist vor kurzem gestorben? Zeit zum Knattern! Wo genau? Am besten neben dem Grabstein! Wir wurden fast von Zombies getötet, weil wir im Bett waren? Hey, lass es uns gleich nochmal versuchen! Ach, der böse Overlord will die Welt zerstören und wir haben wenig Zeit? Unsinn! Für Liebe ist nie zu wenig Zeit!

Ofensex
Sie hätten weglaufen können, aber das Vernaschen war wichtiger.

Hut ab an Romanzen-Bücher. Bei denen klappt das für gewöhnlich viel besser (oder auch nicht), einfach weil, die Körper zu vereinigen, zum Hauptplot gehört. Was die Zeit angeht zumindest. Solltet ihr in einem Kindergarten Doktor spielen, dann fürchte ich um eure psychische Gesundheit.

4. Den Mund nicht vergessen

Lass das Gelächter, Xaver! Es geht hier nicht wieder um das, was du denkst. Es geht hier, um das Herzstück des Geschlechtsverkehrs: Miteinander reden.

Ich weiß, ich weiß. Wenn du die Ziege in den Stall bringst, redet niemand mit dir, bis du fertig bist, und das einzige, was dir gesagt wird, ist immer: „War’s das schon?“ (Oder bin ich der einzige?).

Dialoge sind für jede Szenen wichtig, weil sie Gedanken und Empfindungen der Charaktere perfekt wiedergeben können, ohne meterlange Beschreibungen davon zu haben, wie „glücklich“, sie sich gerade fühlen. Warum also hier darauf verzichten? Ist es nicht besonders wichtig in der intimsten Tätigkeit, das Innenleben wiederzugeben?

Natürlich gibt es hier ebenfalls die Kehrwende: Charaktere, die einfach nicht ihren Mund halten wollen. Sie reden laut und stöhnen heftig, aber sagen sie damit etwas über ihr Innenleben aus, was interessant ist oder es authentisch darstellt? Ich glaube nicht.

Versucht euch vorzustellen, was eine echte Person dabei sagen würde. Würde sie nur rumstöhnen und den anderen Charakter ignorieren? Wenn ja, wie würde der andere reagieren? Was sagt das über ihre Beziehung aus? Solltet ihr Probleme haben, euch diese Sachen vorzustellen, schaut euch einfach ein paar Profi-Schauspieler im Internet an.

Stroh
Warum liegt hier überhaupt Stroh rum?

5. Talk dirty to me

Die wahrscheinlich schlimmste Sünde, die man einer jeden Szene antun kann. Vulgäre Begriffe. Ich kann dir gar nicht sagen, wie oft ich eine Sexszene überfliege und die furchtbaren Wörter „Schwanz“ oder „Fotze“ lesen muss. Drei Mal darfst du raten, was mein erster Gedanke dabei ist.

Klokotzen
Richtig!

Keine andere Art von Szene hat so eine vorsichte Wortwahl nötig wie die intimen Szenen der Kopulation. Und das allerletzte, was man da hören will, sind Wörter, die man im Ghetto, in schlechten Pornofilmen oder in der Schule erwartet. Nein! Weg mit „Muschi“. Nichts mit „Ficken“. „Heiße Spalte“?! WAS?!

Bitte, Leute. Als nächstes werden noch solche Wörter wie Venushügel den Weg in Bücher finden.

Venushügel
Was zum Fick?!

Ich verstehe, wie schwer es ist, die richtigen Wörter für Penis oder Vagina zu finden, ohne dass es klinisch klingt. Aber wenn das nicht möglich ist, tust du das, worin Autoren am besten sind: Es umschreiben!

Mehr dumme Fehler

Haha! Und du dachtest schon, das wäre alles, was? Tjaha, dann hast du aber nicht damit gerechnet, dass dies hier ein Kooperationsbeitrag wird. Ach, du brauchst doch nicht weinen, Xaver! Writing Bluebird ist eigentlich ganz nett, solange sie keine Leute umbringt. Ich übergebe dich an ihre Liste. Wenn du nicht wiederkommst, entziehe ich mich jeder Haftung!

__________

Wie siehst es mit euch aus? Habt ihr euch jemals so über eine Sexszene lustig gemacht, weil sie schlecht geschrieben war? Habt ihr selber schon mal versucht, eine zu schreiben? Was fiel euch leicht? Was fiel euch schwer? Erkennt ihr einige Fehler davon in eurer Texten oder sogar Büchern, die ihr gelesen habt? Wie viele weitere dumme Synonyme für Sex könnt ihr finden? Und warum stelle ich hier so viele dumme Fragen?

Top 5 Pet Peeves von Word – Teil 2

Teil 1

3. Lass mich das für dich korrigieren

Lass mich dir eines sagen. Solltest du die Wissenschaften studieren (so wie ich) oder Namen und Orte aus Fantasy und Sci-Fi verwenden (so wie nicht-ich), wirst du damit immer öfter und öfter konfrontiert. Das Wort, das du benutzen willst, existiert laut Word einfach nicht. Oder der Name.

Das kommt öfters vor. Krognak? Nein, es heißt gefälligst Cognac. Harek ist dein Held? Nein, es ist jetzt Harke. Sci-Fi? Eher ASCII. DNA-Probe? Nein, es heißt gefälligst DANN-Probe.

Deionisieren
Der Spaß hört niemals auf.

Was sagst du? Man kann das doch einfach ins Wörterbuch hinzufügen?

Ich weiß, ich weiß. Es ist dämlich, sich über etwas aufzuregen, das man mit zwei Klicks korrigieren kann (sprich mir nach: Pet Peeves sind dämlich; es ist erlaubt, sich so zu fühlen), aber wie zur Hölle erkennt er die Wörter DNA und Sci-Fi nicht, während es solche Wörter wie „Cognac“ oder „Pokémon“ seit Jahren richtig macht? WIE?!

2. Das Kästchen des Grauens

Nein, damit ist nicht die Box gemeint, in die ich als Kind gesteckt wurde. Ich meine damit diese Abscheulichkeit hier:

Strg-Kästchen
Abgebildet: Der Grund für meine Therapie

Ja, ich sehe deinen verwirrten Blick. „Hä? Aber das Ding kommt doch nur, wenn man etwas einsetzt. Was kann einen daran denn so aufregen? Haste Probleme? Biste gestört?“

Ja.

Das Problem ist: Es verschwindet einfach nicht! Nein. Du scrollst? Es bleibt. Du klickst etwas? Es bleibt. Du bringst dich kurz selbst um? ES BLEIBT! Und es nervt so sehr, wenn man genau das Lesen/Korrigieren will, was hinter dem Kästchen ist. Es funktioniert einfach nicht.

Aber wie wird man es nun los? Eigentlich ist die Antwort ganz einfach: Man schreibt. Yep. Alle anderen Methoden nützen rein gar nichts, aber ganz normal schreiben? Jackpot. Solange du deine Tasten nicht berührst, bleibt das Kästchen da und erwartet deine Anerkennung. Es ist wie ein kleines Kind, welches dir entgegenläuft und dir solange davon erzählt, wie es alleine die Klospülung betätigt hat, bis du es lobst. Ja, Xaver. Du hast aber schön deine Verdauungsprodukte in die Kanalisation gespült. Du kriegst ein Keks.

Toilet
Haha! Es ist witzig, weil Toilette!

1. Der grüne Strich!

Mein persönlicher Erzfeind. Der grüne, verdammte Word-Strich.

Nichts lässt mich eher wie Fukushima explodieren als der grüne „Äh, deine Grammatik ist scheiße“-Strich, der sich mit jeden seiner Zacken durch meine Gliedmaßen schneidet. Versteht mich nicht falsch. Es ist genauso nützlich wie der rote Strich, aber während man beim roten Strich wenigstens die Möglichkeit hat die Wörter einfach dem Wörterbuch hinzuzufügen oder alle angestrichenen Wörter mit einem Klick zu ignorieren, ist das bei Grammatikregeln leider nicht so einfach. Wie haben das die lieben Programmierer da gelöst? Auf welche geniale Idee sind sie gekommen? Was ist möglich, außer die ganze Korrektur auszuschalten?

Ignorieren
HAHAHAHAHAHA!

Warum ist der grüne Strich nur ausgerechnet so ein großes Ärgernis für mich? Weil einer meine Charaktere „Aiden“ heißt. Nicht nur das, er ist auch einer meiner Hauptcharaktere. Das bedeutet übersetzt für die Leute, die keinen Zusammenhang bilden können (das heißt, mich auch): Jedes mal, wenn er etwas tut oder wenn er etwas fühlt, werden die Verben grün unterstrichen. Schließlich soll es ja  „Aiden schauten“ heißen und nicht „Aiden schaute“.

Aiden-Strich
UND ES IST NOCH NICHT EINMAL KONSEQUENT!

Es ist interessant, wie kurzsichtig die Programmierer da waren. Es gibt schließlich so viele Satzverschachtelungen und so viele Möglichkeiten die Sprache außerhalb der literarischen Grenzen zu führen, dass man wenigstens einen „Grüner-Strich-deaktivier“-Button erschaffen sollte. Oder wie ich es nennen würde: „Meine-Seele-findet-endlich-Frieden-in-der-Hölle“-Button.

Schlusswort

Jetzt habe ich mich natürlich 2 Wochen lang über Word ausgeschimpft, da muss ich doch glatt erwähnen: Es macht seine Sache immer noch gut. Trotz der Makel, trotz der Warzen, trotz dem grünen Strich mag ich Word immer noch. So wie mein Kind.

Immerhin geben mir diese Funktionen den Stoff, um mich darüber aufzuregen und anderen Autoren ein „Boah-ja,-das-kenn-ich“-Gefühl zu hinterlassen. [So wie bei meinem Kind]

Sie wollte doch nur Comic Sans benutzen...
Ich werde bestimmt eine tolle Mutter!

_____________________

Wie siehst es mit euch aus? Erkennt ihr die Pet Peeves wieder? Habt ihr einen eigenen irrationalen Hass gegen irgendeine Funktion entwickelt, der nicht erwähnt wurde? Benutzt ihr Word überhaupt? Wenn nein, welche Pet Peeves habt ihr bei den anderen Programmen entwickelt? Und warum stelle ich hier so viele dumme Fragen?

Top 5 Pet Peeves in Word – Teil 1

Okay, pass auf Xaver. Lass uns heute über Liebe reden. Nein, leg den Hochzeitsring weg. Es geht um Word.
Ich liebe das Word-Schreibprogramm von Windoof, okay? Ich liebe es sehr.

„Hä, aber warum dann der Tit-“ Du schaffst es nicht deine Frage auszusprechen, bevor ich dir den Mund mit meiner Hand versperre und sofort verstehst du, dass Word das einzig wahre Schreibprogramm ist, was man benutzen sollte.

Es ist einfach zu bedienen, einfach zu bekommen und solange man es für das gebraucht, wozu es ursprünglich gedacht war – zum Schreiben – sollte man vor seinem Selbstmord durch die Runden kommen. Jedem Autor, dem ich über den Weg gekommen bin (zwei Personen… Gott, bin ich sozial), benutzt es und ich frage mich, ob es überhaupt jemanden gibt, der sich freiwillig für etwas anderes entscheiden würde.

Fun-Fact: Im Original war da eine Nutte.
Es ist wie die Daenerys der Schreibprogramme… Nur das Daenerys mehr Benutzer hat.

Aber wie jedes Programm hat es sehr kleine Makel, wirklich klitzelkleine Dinge, die dich dazu zwingen, die Haare herauszureißen, deinen Kopf gegen die Tischkante zu schlagen und dich mit Petroleum anzuzünden.

Die Rede ist von Pet Peeves, ein englischer Begriff für triviale Dinge, die jeden normalen Menschen nicht weiter stören, während gestörte Menschen wie du und ich (sprich: Autore) sich stark genug darüber aufregen können, um einen Blog-Post zu machen.

Du nickst mit Begeisterung. „Natürlich!“, sagst du. „Das ist genauso, wie wenn jemand mit offenem Mund kaut.“ Du krallst dir die Finger in die Haare und ziehst stark. „Oder wenn jemand Haare auf deine Gegenstände verteilt!“ Dein Herz rast vor Enthusiasmus und du kannst deine Sabber nicht länger in dir halten. „Oder wenn jemand mit den Knochen knackt, oder wenn jemand seine Brille partout nicht sauber macht oder wenn Leute die ganze Zeit mit ihrem Kulli rumklicken, oder wenn-“

Ich lege dir wieder meine Hand auf den Mund, bevor du noch einen Herzinfarkt bekommst.

Ja, das sind alle Pet Peeves. Und Word ist davon nicht ausgenommen. Auf einer gewissen Weise ist es wie dein Kind. Es hat verdammt viele Dinge, die dich nerven und manchmal hast du einfach das Bedürfnis, es zu würgen und zu treten, aber am Ende hast du es ja immer noch lieb…

Vielleicht.

Du reißt mir meine Hand von deinem Gesicht, deine Wangen rot vor all der Liebe und Zuneigung, die diese Berührung in dir hervorgerufen hat. „Bitte“, sagst du. „Bitte erzähl uns all die schlimmen Dinge, die Word mit dir anstellt.“ Bevor du meinen Ring küssen kannst, ziehe ich die Hand weg und schaue melodramatisch aus dem Fenster.

Okay, Xaver. Du hast es so gewollt. Es folgen Zwei meiner Top 5 Pet Peeves an Word, die mein Hirn zum Brennen bringen.

[Aufgrund von privaten Dingen wie „Geburtstag“, „Studium“ und „offener Kuhstall“ werden die letzten Drei nächsten Sonntag folgen. Bitte tötet mich nicht.]

This Girl is on FIRE!
IcH WollTE docH nUr SchReiBEN!!!
  1. Wenn etwas keine Form hat…

Hehe, verstanden? Form hat? So wie Format? Nur in… nicht witzig? Du fängst an zu lachen und notierst dir dieses geniale Wortspiel in all deine fünfzig Notizbücher, die eigentlich für deinen Roman gedacht waren. Aber hey, jetzt werden sie immerhin mal benutzt.

Weißt du, Xaver, Autoren oder die Psychopathen, die es werden möchten, müssen nicht nur achten, was geschrieben wird, sondern wie es geschrieben ist. Fett? Kursiv? Schriftgröße 12 oder 10? Cambria? Times New Roman? Batang? Arial? Comics Sans?

Noch nicht einmal die Erfinder.
Bitte, bitte, es war ein Witz. Niemand benutzt Comic Sans.

Jede Font, jeder Zeilenabstand, jede Größe, kann bildende Kunst betreiben (dazu folgt vielleicht auch noch ein Beitrag) und dem Autor viel Arbeit nehmen, wenn sie richtig benutzt wird. Besonders, wenn es darum geht, Dokumente zu erstellen, die im Buch auftauchen sollen (von wissenschaftlichen Arbeiten fange ich am besten erst gar nicht an), ist diese Funktion wichtig.

Und so wichtig sie ist, so nervig ist sie auch. Jedes Dokument muss noch mal neu eingestellt werden, jeder Abstand perfekt ausgerichtet. Aber, was wenn man diese Einstellungen als Standard festlegt… Ist man dann sicher?

HAHAHA – Nein.

Sagen wir, du schreibst einen Brief oder einen Chatverlauf in der Font „Tahoma“ (Witzig, das klingt fast so, als ob ich mich damit auskennen würde), welche vorne und hinten von dem normalen Textkörper umringt ist. Du bemerkst plötzlich einen Fehler am Ende und möchtest ihn korrigieren und dann passiert es… Es schreibt nicht Tahoma, sondern plötzlich Times New Roman. Die Größe ist plötzlich wieder auf 12 und der Absatz bringt wieder eine übergroße Lücke hinein. Es ist furchtbar, monströs, widerlich! Es endet damit, dass man sein Geschriebenes wieder löschen, mit der Maus an die richtige Stelle klicken und alles nochmal schreiben muss, bevor man sich erneut mit Peitschenhieben bestraft.

So. Anstrengend.

(Hinweis: Bei wissenschaftlichen Arbeiten ist dieser Punkt zehnmal so schlimm. Warum? Man benutzt Bilder und Graphen, die mit einem kleinen Verschieben das ganze Dokument stärker zerreißen können als ein Baby die Gebäröffnung.)

  1. Rede Deutsch mit mir!

Word hat manchmal Funktionen, die sind Segnung und Sünde in einem. Eine davon ist die automatische Sprachenerkennung. Gott weiß, dass ich mich darüber erfreue, wenn meine Charaktere englisch reden und es nicht unterstrichen wird und wenn ich plötzlich Zitate in meiner Studienarbeit einfügen muss, hat er nichts daran zu meckern. Aber manchmal ist es einfach nur so… ARGH.

Wieso zu Hölle stellt sich das immer auf Englisch um, wenn Jugendliche so etwas wie „Bitch“ oder „awkward“ sagen? Warm erkennt es drei Wörter von englisch nicht, obwohl es offensichtlich sein sollte? Warum erkennt es das Deutsche danach nicht? Was gibt es denn Deutscheres als Bratwurst?! Hör auf, mir das anzustreichen! Hör auf!!!

Zu schade, dass man die automatische Erkennung nicht ausschalten kann, oder? Du willst einsprechen, als ich dir plötzlich die Hand auf den Mund presse. Oder, Xaver?

Klicken ist so Mainstream
ODER?!

Es auszuschalten, ist natürlich die Lösung dieser Probleme, nur es nimmt gleichzeitig all die erwähnten Vorteile weg. Aber ernsthaft, Leute… Ihr könnt nicht von mir erwarten, dass ich für das Wort „awkward“ die Sprache manuell umstelle. Das sind drei verdammte Klicks! DREI! Das wäre ja fast so, als würde ich mir für mein Buch Mühe geben.

________________________________________

Das war’s fürs erste. Wie oben erwähnt, holt mich mein Privatleben gerade ein, so dass ich den zweiten Teil (aka die Top 3) auf nächsten Sonntag verschieben muss.

Und siehe da, es ist vollbracht: Teil 2